Howdy Y’all – My life in the Lone Star State

Das Footballfeld der Brennan High School

Cowboys an jeder zweiten Straßenecke, das ganze Jahr lang Sommer, nichts als Prärie und Kakteen. Meine Erwartungen und Vorstellungen an Texas waren groß, aber wurde ich enttäuscht? Meine Erfahrungen in den USA waren einzigartig, denn durch die kulturellen Unterschiede, Lebensweisen und Traditionen hat jede Ecke des Landes seinen ganz eigenen Style.

Im Flugzeug auf dem Weg in die Staaten wurde es mir bewusst: Das Abenteuer Auslandsjahr geht für mich endlich los. Und man fragt sich das erste Mal, warum man das alles auf sich nimmt. Es wäre so viel einfacher, einfach zu Hause zu bleiben, meine Schullaufbahn zu beenden, in einem Umfeld, dass ich seit 16 Jahren gewohnt bin. Familie und Freunde mit denen ich glücklich war. Und trotzdem fehlte mir etwas: Es war die Möglichkeit in den USA ein neues Leben anzufangen, auch wenn es nur für ein Jahr ist. Es ist schon ein wenig absurd, man gibt seinen Alltag, den man schon so viele Jahre gewöhnt ist, für 10 Monate auf. Man baut sich ein zweites Leben auf, und man verlässt es für immer nach 10 Monaten. Als ich in San Antonio, Texas, am Flughafen nach einer langen Anreise ankam, ging es so richtig los. Neues Land, neue Möglichkeiten, neue Erfahrungen. Die ersten Schultage waren so aufregend für mich. Ich kam mir vor, als würde ich die Hauptrolle in meinem eigenen kleinen amerikanischen Film spielen. Brennan High School, Home of the Brennan Bears, hat mehr als 3000 Schüler und ich bin mitten drin. Ich habe jeden Tag dieselben Fächer, was am Anfang etwas langweilig für mich war, aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Mein Stundenplan bestand aus Fußball, Mathe, Englische Literatur, Tanzen, Amerikanische Geschichte, Finanzen und Physik. Anspruchsvoll ist das amerikanische Schulsystem überhaupt nicht, also fiel es mir auch nicht besonders schwer straight A’s in allen Fächern zu halten. Trotzdem haben viele Amerikaner Probleme oder schlechte Noten in der Schule, was nicht daran liegt, dass sie nicht fähig genug sind, Aufgaben zu lösen, sondern einfach zu faul sind Hausaufgaben zu machen. Hausaufgaben werden nämlich alle benotet. Es wird einem Schüler aber auch nicht besonders schwer gemacht, denn die meisten Tests sind Multiple Choice. Soviel zum Unterricht. Das besondere an amerikanischen High Schools hat nicht wirklich etwas mit akademischer Bildung zu tun, sondern mit School Spirit. Es ist ganz egal ob bei einem Football Game, Volleyball Turnier oder einer Tanzaufführung, man hält zusammen und unterstützt sich wann immer es geht. Es war toll zu erfahren, was Schulzusammenhalt wirklich heißt. Während meinem Jahr war ich natürlich nicht nur in der Schule. Die Tatsache, dass ich in Texas, so nah an Mexiko lebe, hatte ich die Möglichkeit nicht nur die amerikanische Kultur, sondern auch die spanisch/mexikanische Kultur so richtig kennen zu lernen. So gab es bei mir nicht nur typisches “Ami-Fastfood”, sondern auch leckere mexikanische Küche, die ich sehr vermissen werde. Und da wir schon beim Thema Essen sind: Das Essen in den USA ist extrem ungesund, und egal wo man auch sein Jahr verbringt, der Körper ist das Essen nicht gewohnt und man nimmt zu.

Natürlich könnte ich noch so viel mehr über meine Erfahrungen schreiben, aber nun komme ich wohl zum weitaus wichtigsten Teil: Mein Familie. Ja, am Anfang war ich etwas skeptisch. Werde ich mich mit ihnen verstehen, wie reagieren sie auf mich, unendlich viele Fragen. Als ich ankam waren sie Fremde, aber sie sind jetzt Familie. Meine Geschwister und Gasteltern sind mir so ans Herz gewachsen und ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich jetzt ein zweites Zuhause in den Staaten habe. Ein zweites Zuhause am anderen Ende der Welt. Die Erfahrungen, die ich während diesem Jahr machen konnte, waren einzigartig, und man wird es von außerhalb wohl kaum verstehen. Es sind Erfahrungen, die mich persönlich haben wachsen lassen. Ich kann nun sagen, dass ich selbstständiger, selbstbewusster und so viel reifer bin. Es war nicht immer leicht, aber nichts ist unmöglich. Jeder Austauschschüler machte seine eigenen Erfahrungen und man kann sie nicht mit anderen vergleichen. Ich wurde geprägt und weiß nun besser, kleine Dinge, Familie und Freunde, zu schätzen.

Meine Zeit in Texas ist verflogen wie nichts. Ich kann durchaus sagen, dass dies das beste Jahr meines Lebens war. Man muss vieles dafür geben, aber am Ende zählt der Wille und das Durchhaltevermögen, und ich kann versichern, es wird es wert sein.

Anbei ein paar Fotos der Brennan High School

Logo William J. Brennan High School

Logo William J. Brennan High School

William J. Brennan High School

William J. Brennan High School

High School Flur der Brennan High

High School Flur der Brennan High

Cheerleader im Aufenthaltsbereich

Cheerleader im Aufenthaltsbereich

Das Footballfeld der Brennan High School

Das Footballfeld der Brennan High School

Bericht und Fotos von Eileen Reinsberg

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