Mein Leben in Russland

Ich vor der Basilius-Kathedrale

Bären, die an einem vorbei spazieren, Vodka und feierndes Volk. Das kommt einem immer als erster Gedanke, wenn man den Begriff „Russland“ hört. Ich kann sagen, dass diese Vorurteile völliger Schwachsinn sind. Ich bin so froh und sehr stolz, dass ich den Schritt gewagt habe und für ein ganzes Jahr nach Russland gefahren bin. Nicht nur die Sprache habe ich hier erlernt, ich habe auch so viele neue Leute kennengelernt und unglaublich viele Eindrücke von diesem wunderschönen Land erhalten. Ich konnte mir niemals vorstellen, dass die Menschen hier so nett sind. Egal was man gerade nicht versteht, egal wo man sich verlaufen hat (was ich als Landei in St. Petersburg nicht nur einmal geschafft habe), die Einheimischen sind unglaublich hilfsbereit und bezahlen dir, wenn es nach ihnen geht, sogar mal das Taxi. Ich kann sagen, dass Russen unglaublich offen und total lebensfrohe Menschen sind. Sie sind zudem sehr gastfreundlich und das hatte ich am Anfang meines Jahres niemals erahnen können.

Russland ist ein riesengroßes Land und es gibt sehr viel zu entdecken in solch einem vielfältigen Land.
Da ich das Glück habe Verwandte in Russland zu haben, konnte ich sehr viel sehen. Wie die Menschen in den verschiedenen Städten leben, wie sie sich von Stadt zu Stadt ändern (vom Charakter her) und wie sich vor allem die Städte und Landschaften in den verschiedensten Teilen des Landes verändern. Der größte Kontrast: Sibirien, wo es im April noch -10°C hatte und St. Petersburg mit Temperaturen im zweistelligen Plusbereich.

Zur Schule: Ich besuche hier die 11. Klasse einer Privatschule (Gymnasium) namens „Gimnasia Kwant“. Die Schule ist sehr klein. Jede Klasse ist direkt eine ganze Jahrgangsstufe und hat jeweils ca. 22 bis 30 Schüler. Zudem beinhaltet meine Schule auch die Jahrgangsstufen 1-4. Russische Gymnasien haben im Gegensatz zu deutschen nur 11 Klassen. Das Schulsystem ist hier sehr streng. Ist man schlechter als eine 4 (im deutschen Schulsystem entspricht das ungefähr einer 2-), bedeutet das nichts Gutes. Die Notenskala reicht von einer 5 (sehr gut) bis zur 1 (sehr schlecht). Das Schöne an meiner Schule ist, dass sie eben so klein ist und sich alle gegenseitig kennen, dementsprechend ein große Familie.

Da ich nicht die einzige Schülerin bin, die als Austauschschülerin nach Russland gekommen ist, wird es hier auch nie langweilig und ich habe immer einen anderen Austauschschüler mit dem ich reden kann und der mich versteht. Denn ich habe hier nicht nur in Weliki Nowgorod 3 tolle Familien dazu gewonnen, sondern auch meine kleine Exchange Students – Familie, die sich aus Austauschschülern aus aller Welt zusammensetzt. Und ich bin unglaublich glücklich all diese wunderbaren Menschen kennengelernt zu haben und weiß jetzt schon, dass es sehr, sehr schwer wird Abschied zu nehmen.

Ich muss noch hinzufügen, dass ich mich – wie ich finde – vom Charakter her sehr verändert habe. Ich nehme vieles nicht mehr so sehr zu Herzen. Ich bin viel offener und selbstbewusster geworden. Außerdem bin ich sehr selbstständig geworden. Ich habe mich irgendwie der russischen Kultur bzw. der russischen Mentalität mittlerweile angepasst. Dieses Jahr hat mich sehr geprägt, hat mir vieles beigebracht und ich kann es gar nicht alles aufzählen, wie viel Gutes mir dieses Jahr gebracht hat.

Anbei ein paar Fotos:

Rotary Exchange Students Russia 2015/2016

Rotary Exchange Students Russia 2015/2016

Weliki Nowgorod

Weliki Nowgorod

Ich vor der Basilius-Kathedrale

Ich vor der Basilius-Kathedrale in Moskau

Ein Paar schöne Momente

Ein Paar schöne Momente

Meine Familie während eines Ausflugs nach Helsinki - Finnland. Wir stehen hier vor dem Dom von Helsinki (finnisch: Helsingin tuomiokirkko oder auch Suurkirkko)

Meine Familie während eines Ausflugs nach Helsinki – Finnland.
Wir stehen hier vor dem Dom von Helsinki (finnisch: Helsingin tuomiokirkko oder auch Suurkirkko)

Viele Liebe Grüße aus Russland,

Eure Jenny

Hier geht es zum Blog von Jenny: one-year-in-russia