Frankreichaustausch 2017

Französisch - klein

Im zwölften Jahr des Frankreichaustausches mit unserer Partnerschule Collège René Cassin bei Tours im schönen Loiretal besuchten unsere Gäste uns in Hollfeld in der Woche vor den Osterferien. Begleitet von ihren Lehrerinnen Frau Fräbel und Frau Talbot, konnten 27 Schülerinnen der 3e (entspricht der 9. Klasse) unsere Region und die Schule kennenlernen. Das Wochenende verbrachten sie in den Familien ihrer Partner, die sie seit ca. einem dreiviertel Jahr durch Brief und mail Kontakt kennenlernen konnten. Auf dem Programm standen eine Stadtführung durch Hollfeld und ein Empfang bei der Bürgermeisterin, Ausflüge nach Bamberg und Nürnberg. Zusammen mit ihren Partnern besuchten sie das Grenzmuseum in Mödlareuth und konnten sich beim Sportnachmittag austoben. An der Schule nahmen sie am Unterricht teil, aßen mit ihren Partnern in der Kantine und konnten in eigens für sie erteilten Musik- und Deutschstunden Volkstänze lernen und Gedichte schreiben.

Sehr schnell gingen die 7 Tage vorüber und wir verabschiedeten uns bis Mitte Mai, wo wir für ebenfalls eine Woche an die Loire fuhren. 27 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen des Gymnasiums und der Realschule und ihre beiden Begleitlehrerinnen Frau Heinickel und Frau Meingast machten sich auf die lange Busreise:

Mittwoch, 17. Mai, Hinfahrt. Um 5 Uhr 45 trafen wir uns am Busparkplatz vor der Schule. Natürlich waren wir alle noch sehr müde, da wir die Nacht vorher auch schlecht geschlafen hatten. Nachdem wir uns von unseren Familien verabschiedet hatten, ging es um 6 Uhr los. Leider mussten wir nach ca. 1,5 Stunden bereits eine Pause einlegen, weil zwei Schülerinnen ihren Personalausweis nicht dabei hatten. An einer Raststätte kurz vor Würzburg hielten wir und ein Vater brachte die benötigten Dokumente. Wir gingen wieder zurück in den Bus und packten erst mal unser Essen aus. Danach hörten wir Musik, unterhielten uns, spielten oder schliefen noch eine Runde. Von Zeit zu Zeit machten wir mal wieder eine Pause und suchten nach freiem WLAN, kauften uns etwas zu Essen oder suchten die Toilette auf. Nach ca. 14 Stunden erreichten wir das Collège in Ballan-Miré, wo unsere Gastfamilien nach und nach eintrafen. Wir waren nämlich unerwartet schnell gewesen :-)!

Textteil verfasst von Anna-Martina, Laura und Ronja

Donnerstag, 18. Mai. Schulbesuch. An unserem ersten Tag in Frankreich besuchten wir unsere Partnerschule, das Collège René Cassin. Um 8 Uhr wurden wir von der Schulleiterin begrüßt und frühstückten ein 2. Mal mit einigen unserer Partner, die erst später Unterricht hatten. Danach führte uns die Direktorin herum und erklärte Wichtiges und Interessantes. Das Collège hat 600 Schüler und eine Schulstunde dauert 55 Minuten. Einige Vorteile und Unterschiede fielen uns auf. Das Schulhaus ist zwar nicht so groß wie die Gesamtschule, aber die Chemieräume haben zum Beispiel Waschbecken an jedem Schülertisch zum Experimentieren. Das Schulfach Histoire-Géo ist eine Kombination aus Geschichte und Erdkunde, welche im Schulbuch immer abwechselnd vorkommen. Nach dem Rundgang konnten wir den Unterricht besuchen, teils mit unseren Partnern, teils in anderen Klassen. Wir waren in Mathe- und Englischstunden oder auch im CDI (der Bibliothek) und der Permanence (der beaufsichtigten Freistunde). Manche Stunden waren recht unruhig und die Lehrer gereizt, aber im Großen und Ganzen waren die Stimmung und der Umgang recht freundlich. In der Mittagspause gab es, wie in Frankreich üblich, drei Gänge. Man konnte zwischen mehreren Vorspeisen (Salatteller, Fisch), einer Hauptspeise (Pizza!) und mehreren Nachspeisen (Schokokuchen mit Erdbeeren, Joghurt) auswählen. Vor dem Essen musste man sich die Hände waschen.

Überhaupt gibt es für französische Schüler andere Regeln, als in Deutschland. Sie dürfen das Schulgelände, das mit einem Tor verschlossen ist, nur verlassen, wenn sie den Aufsehern (surveillants) ihr Hausaufgabenheft vorzeigt haben.

Wegen der Unterschiede zwischen den dem deutschen und dem französischen Schulsystem ist für uns Deutsche ein Schulbesuch einfach ein Muss.

Textteil verfasst von Karina, Lilly, Johanna Sche.

Freitag, 19.05. Chenonceau und Amboise. Von der Schule aus fuhren wir mit unserem Bus zum Wasserschloss Chenonceau, das auf dem Cher, einem Nebenfluss der Loire, steht. Vom Eingang aus läuft man durch eine idyllische Allee, von der links ein Labyrinth abgeht und die auf das prachtvolle Schloss zuführt. Links und rechts davon befinden sich Gärten und Springbrunnen. Im Inneren kann man die Gemächer der Adeligen Diana von Poitiers, Katharina von Medici und Louise von Lothringen besichtigen. Das gesamte Gelände, zu dem noch ein Café und ein Gutshof aus dem 16. Jahrhundert gehören, wirkt märchenhaft und zusammen mit dem schönen Wetter bekamen wir einen sehr schönen Eindruck.

Textteil verfasst von Johanna Schm. und Julie

Am Nachmittag wurde es wechselhaft wie im April. Wir fuhren weiter nach Amboise, wo wir bei Regenschauern zuerst Mittagspause machten und dann das Herrenhaus Clos Lucé besuchten, in dem Leonardo da Vinci die letzten vier Jahre seines Lebens wohnte. Im Haus und im Garten werden Leben und Werk des Universalgenies beschrieben und gezeigt. Er war nicht nur Maler, sondern auch Architekt, Ingenieur und Philosoph. Viele seiner Erfindungen kann man im Park ansehen und ausprobieren. Hörstationen erklären dazu in mehreren Sprachen.

Textteil verfasst von Luca-Marie und Maire

Wochenende 20. + 21.05.

Am Wochenende unternahmen wir viel Verschiedenes mit unseren Gastfamilien.

Am Samstag gingen einige Schüler zum Lasertag spielen, andere fuhren mit der Tram nach Tours zum shoppen. Eine Schülerin erlebte das 50jährige Schuljubiläum in Chinon und besuchte das Märchenschloss in Ussé, zwei weitere fuhren nach Paris, das nur 1 Stunde mit dem Zug entfernt ist. Freitag und Samstagabend gab es auch zwei Geburtstagsfeiern.

Textteil verfasst von Amelie, Lilith, Julia W., Franziska S, Julia N. und Sophie

Am Sonntag waren viele Partner auf dem örtlichen Volksfest in Tours oder mit dem Fahrrad unterwegs, auch das größte Loireschloss, Chambord, mit einer doppelten Wendeltreppe im  Zentrum, stand auf dem Programm.

Textteil verfasst von Emily, Theresa und Anna

Montag, 22.05. Tours

Wie jeden Morgen trafen wir uns um 8 Uhr erstmal in salle 1 in der Schule, um in unserem Arbeitsheft Mon voyage en France weiterzuarbeiten. Dann fuhren wir zur 2 stündigen Stadtführung nach Tours.  Die Hauptstadt der Touraine hat ca. 120 000 Einwohner und viele Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel die Kathedrale St. Gatien aus dem 15. Jahrhundert, in der St. Martin geehrt wird. Die Stadt war auch Bischofssitz, ist die Geburtsstadt des Schriftstellers Balzac und der Place Plumereau mit seinen Fachwerkhäusern gilt als schönster Platz. Dort endete unser Führung und die folgenden 3 Stunden konnten wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Pünktlich zum Schulschluss unserer Partner um 16 Uhr 20 waren wir zurück am collège.

Textteil verfasst von Christina u. Maria

Dienstag, 23.05. Villaines-les-Rochers und Candes Saint-Martin

Nach Arbeit und Feedbackrunde in Salle 1 fuhren wir zuerst in das beschauliche Örtchen Villaines-les-Rochers, wo wir eine Korbflechtergenossenschaft besucht haben. Dort sahen wir uns einen Film an und bekamen eine Führung. Die Vannerie umfasst ca. 40 gelernte Korbmacher, die nach 2jähriger Ausbildung und langer Berufspraxis viele verschiedenen Objekte anfertigen. Außer Körben und Schubladen für den Bäckerei- und Lebensmittelbedarf auch Schmuck, Möbel und Designstücke, immer mehr auch für den Außenbereich von Firmen oder Gärten. Im Laden konnten wir uns Souvenirs kaufen. Danach ging es weiter direkt an die Loire, zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs, Candes Saint Martin. Zuerst stiegen wir einen Panoramaweg hoch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen wunderschönen Blick auf den Fluss hatten. Dann ging es hinunter zur Ortsmitte und der Kirche. Dann spazierten wir zum Fluss und machten ein Picknick, bevor wir an die Schule zurückkehrten.

Textteil verfasst von Jana, Lea, Franziska K.

Mittwoch, 24.05. Rückfahrt

Am letzten Tag standen wir schon sehr früh auf, um rechtzeitig um punkt 7 Uhr losfahren zu können.

Wirklich los ging es aber erst ca. eine halbe Stunde später, weil eine Schülerin ihren Koffer bei der Gastfamilie vergessen hatte! Nach unserer Verabschiedung machten wir uns also wieder auf nach Deutschland, für einen zu früh, für die anderen nicht rechtzeitig genug. Die Fahrt verlief relativ ruhig und anfangs ohne Stau, sodass wir kurz nach 15 Uhr wieder die deutsche Grenze überquert hatten. Nachdem der Spendenbecher für unseren netten und souveränen Busfahrer Michael durchgegangen war, wechselte bei Frankfurt am Main wieder der Fahrer. Von dort aus hatten wir noch mehrere Staus, aber nach rund 15 Stunden kamen wir glücklich wieder in Hollfeld an.

Textteil verfasst von Conrad und Jannis

In der Gesamtschau war der Austausch also wieder eine sehr positive Erfahrung für Schüler und Lehrer, die wir hoffentlich noch oft machen dürfen!

Vielen Dank an dieser Stelle an die Kollegen, das Sekretariat und die Schulleitung, die durch ihre Mithilfe und tatkräftige Unterstützung erneut zum Gelingen der Begegnung beigetragen haben!

S. Heinickel

Zwei filmische Impressionen finden Sie hier: