Der Grünspecht

Grünspecht 1

 

Am 21.6.2017 spielten sich in der Geschichte Fachschaft vor dem Unterricht dramatische Szenen ab. Ein junger Grünspecht flog durch das offene Fenster und prallte gegen einen Schrank. Leider zog sich das Tier durch den heftigen Aufprall schwere Verletzungen zu und verendete kurz drauf an einer Gehirnblutung.

Da es sich um einen wunderschönen Vogel handelte, erschien es uns – den hinzugezogenen Biologie-Lehrkräften – eine Verschwendung, den Tierkörper einfach zu beseitigen.

Grünspecht 2Es gibt nicht viele gut erhaltene Präparate an der GSH, daher sollte der Grünspecht als Stopfpräparat konserviert werden. Die Herstellung eines solchen Präparats erfordert viel Fachkenntnis und Geschick. Wir brauchten also einen Profi. Diesen fanden wir in Herrn Höra, selbstständiger Tierpräparator aus Königsfeld, der sich bereit erklärte den Grünsprecht live an der GSH zu präparieren und so für die „Ewigkeit“ zu erhalten.

Am 10.7.2017 besuchte Herr Höra die GSH und zusammen mit interessierten Kolleginnen und Kollegen machte er sich in der Biologiesammlung daran, den Specht in ein Stopfpräparat zu verwandeln. Dazu benötigte er nicht mehr als seinen Werkzeugkoffer, 3 Stunden Zeit und einen improvisierten Galgen aus einem Stativ der Chemiesammlung. Grünspecht 3

Der Name Stopfpräparat rührt daher, dass nur Balg, Schädel und äußerste Extremitäten noch „original“ sind. Der Rest wird durch Drähte und Füllmaterial ersetzt, welches letztendlich formgebend ist. Der Balg wird mit einer speziellen Paste behandelt, die alle organischen Reste konserviert und trocknet. Nach ca. einer Woche sind alle Strukturen des Präparates fest. Die auf dem Bild zu sehenden Stützhilfen – wie die Manschette, die den Schnabel verschließt – werden dann nächste Woche entfernt.

M. Weigl