40 Schüler, zwei Schulen, ein Projekt

Projekt Journalismus - 2 Schulen - 1 Projekt

Beeindruckend, aus was man alles Energie gewinnen kann! Zusammen mit Schülern der Mittel- und Oberstufe der GSH bauen die Viertklässler der Grundschule Hollfeld-Wonsees-Plankenfels eine Batterie aus einer gewöhnlichen Kartoffel. Die Mischung aus Kupferscheiben, Zinkplatten und einer geschnittenen Kartoffel soll eine LED-Lampe zum Leuchten bringen.  Nach dem herzlichen Empfang durch den Physiklehrer Michael Fößel stürzen sich die zukünftigen Fünftklässler schon auf das vorbereitete Material. Hier und da wird gedrängelt, die Begeisterung der Grundschüler kennt kaum Grenzen. Schon sitzen die Ersten an den Tischen und beginnen ihre Kartoffel in einzelne Scheiben zu schneiden. Ein zweiter schleift die Metallplättchen ab, damit die Energieübertragung reibungslos abläuft. Nach einigen Versuchen ihre „Batterien“ anzuschließen, schaltet Michael Fößel die Beleuchtung im Physikraum aus und tatsächlich: Bei allen Grundschülern geht ein Licht an.

Das Projekt „Experimentieren mit Grundschülern“ war schon länger eine Idee des Lehrers M. Fößel. Die Projekttage der GSH waren eine gute Gelegenheit, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Einer Kooperation mit der GSH stimmte die Grundschule sofort zu. Laut Fößel soll der Einblick in den Physikunterricht ein Interesse am Fach wecken und gleichzeitig die Hemmung vor dem „angeblich schlimmsten Fach“ in der höheren Schule nehmen.  Die Vorbereitungen für das Projekt begannen bereits am Vortag, als die Gruppen eingeteilt wurden und diese sich im Folgenden kleine Experimente überlegten, die für Grundschüler sowohl spannend als auch sicher genug waren. Von durch Wasser klappernden Löffel bis hin zu explodierenden Chipsdosen war alles dabei. Die Grundschüler besuchten die Gesamtschule am Mittwoch und Donnerstag. Zwei Tage lang wurde viel ausprobiert, experimentiert, erlebt und durch die vielen Erklärungen der älteren Schüler auch das meiste verstanden. Die Grundschüler Lena und Jule freuen sich schon jetzt auf die weiterführende Schule und hoffen, dass sie auch im späteren Physikunterricht viele spannende Experimente erleben.

Circa 20 Gesamtschüler bereicherten das Projekt durch ihr Engagement und ihre vielen Ideen, sagte M. Fößel. Lukas B, ein Schüler der 10. Jahrgangsstufe, hatte sich ursprünglich nur als Notlösung für den Kurs eingetragen, jedoch bereitete es ihm letztendlich viel Spaß. Er konstruierte und präsentierte zusammen mit Jonas D. den Versuch „Das pendelnde Kerzenlicht“, bei dem ein auf zwei Seiten mit Kerzen bestecktes Rohr angezündet wurde und aufgrund des unterschiedlichen Gewichts des Wachses immer wieder hin und her pendelte. Sophie D, die enttäuscht davon war, dass ihre Freundin nicht mit in denselben Kurs kam, fand am Ende doch noch Gefallen am Projekt. Amelie und sie hatten gemeinsam die Idee zum Versuch „Die tanzende Fee“, bei dem durch einen angezündeten Teebeutel aufgezeigt werden soll, dass warme Luft nach oben steigt. Beide Seiten hatten also viel Spaß bei diesem Projektkurs Physik. Wer weiß, möglicherweise ist der nächste große Physiker ja ein Schüler aus Hollfeld?

Maria Schulze, Leonhard Will