Überfischung

Gummibaerchen 1

Was haben Gummibärchen mit der Überfischung der Ozeane zu tun?

Um es gleich einmal vorweg zu nehmen – eigentlich nichts.

Als in der 9. Klasse im Fach Wirtschaft Recht aber das Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauch anstand, kam der Lehrer der 9.1 und 9.2 auf die Idee, einmal einen praktischen Versuch durchzuführen. Die Schüler der Klassen bekamen einen eigenen Ozean nur eben nicht voller Fische, sondern voller Gummibärchen. Wie in der echten Welt konnten sich die Menschen (anfangs die der 9.2) von der Masse an Fischen in den Ozeanen (Gummibärchen in der Tupperschüssel) ernähren.

Der Bestand an Nahrungsmitteln betrug zu Beginn 700g und um den Versuch halbwegs realistisch zu gestalten, mussten die Schüler ab und zu ein paar Gummibärchen essen. Übers Wochenende vermehrten sich unsere Fische dann wieder, so dass am Montag jeweils wieder doppelt so viele Gummibärchen in der Schüssel waren wie am Freitag Mittag.

Ziel des Versuchs war es herauszufinden, ob bzw. wie lange die Schüler ihren Ozean nutzen würden, ohne ihn zu „überfischen“. Am Ende der ersten Woche war tatsächlich ein bisschen mehr als die Hälfte verspeist, so dass zu Beginn der zweiten Woche nur noch 600g in der Schüssel waren. Schlau wie unsere Schüler sind, hielten sie sich in der zweiten Woche mit ihrem Konsum etwas zurück, so dass zu Beginn der dritten Woche (nach der Vermehrung übers Wochenende) wieder der Anfangsbestand erreicht war. Nun war aber auch die Parallelklasse im Stoff so weit, dass sie in den Versuch mit einsteigen konnte. Der Versuchsleiter verdoppelte also den Fischbestand noch einmal und ab diesem Zeitpunkt durften sich beide Klassen aus dem gemeinsamen Ozean bedienen.

Ergebnis: Bereits nach einer Woche gemeinsamer Nutzung waren in der Schüssel noch exakt 3 Gummibärchen.

Nun haben die Schüler dadurch natürlich nicht ihre Lebensgrundlage und einzige Nahrungsquelle zerstört, andererseits herrschte hier aber auch keine internationale Nahrungskonkurrenz und kein Wohlstandswettkampf. Der Versuch ist wohl auch nicht eins zu eins auf die Realität übertragbar, dennoch finde ich es interessant, wie ein wenig Futterneid unter verschiedenen Nationen (Klassen) dazu führt, dass sich die Menschen so verhalten, dass letztendlich keiner mehr etwas von den gegebenen natürlichen Ressourcen hat.

J. Schwabe