Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. – (F. Kafka)

Fairtrade 1

 

Gemeinsam mit unseren 1000 Schülerinnen und Schülern, mit allen 100 Lehrern und vielen Gästen haben wir am 20. und 21. September 2018 offiziell gefeiert, was sich in den letzten zwei Jahren entwickelt hatte. Die Idee: einen Ort schaffen, an dem das Nützliche und Hilfreiche mit dem Praktischen und Geselligen zusammen kommt. Wir wollen einen Ort an der Schule haben, an dem Schüler lebenspraktisch angewandt Dinge (Handys, Fahrräder , etc.) auseinandernehmen können und wieder zusammensetzen, diese dabei reparieren und somit weiter nutzen können. Und es soll nicht nur ein Reparieren für uns selbst sein, auch die Hollfelder Bevölkerung soll davon profitieren. Also wollen wir auch einen Ort, an dem man gemütlich beisammen sitzen kann, einen Tee oder Kaffee trinken kann, „Fairtrade-Produkte“ kaufen kann und vielleicht auf die Reparatur seines Fahrrades wartet.
So haben sich Schüler und Lehrer auf den Weg gemacht, ausgelöst durch die „Weltfairänderer“-Woche im Sommer 2016 an der GSH. Die einen haben sich um „Fairtrade“ gekümmert und bei allen erdenklichen Gelegenheiten präsent gemacht (Verkauf von „Fairtrade“-Nikoläusen, „Fairtrade“-Stände bei Veranstaltungen von Abschlussfeiern bis Ausbildungsmesse, etc.), haben sich regelmäßig getroffen und Überlegungen angestellt, wie man zum Ziel einer festen Einrichtung an der Schule kommen kann. Die anderen haben im kleinen Rahmen, im Klassenzimmer, in Abstellräumen repariert: die Fahrräder der Mountainbike-AG und vor allem Handys. Lehrer und Schüler verschiedener Schularten aus unserer Schule haben sich zusammen getan und bei einem Seminar im eigenen Haus Gäste empfangen, die von ähnlichen Projekten berichtet haben, die Tipps für gutes, geeignetes Werkzeug gegeben haben, die Mut gemacht haben, unseren Weg weiter zu gehen.

Während vieles schon realisiert wurde, suchten wir nach einer guten räumlichen Lösung. Da kam die Kunde von der Rainer-Markgraf-Stiftung gerade zum richtigen Zeitpunkt: Wir bewarben uns mit unserem Projekt und erhielten eine Förderung, die es uns ermöglichte, zwei Container aus zweiter Hand zu erwerben. Elternbeiratsmitglieder halfen uns kostenlos beim anspruchsvollen Transport, und so konnten wir kurz vor Ende des letzten Schuljahres die Container auf unserem Schulgelände beziehen. Der Einweihung stand nichts mehr im Wege. Mit viel Engagement haben alle an einer gebührenden Feier gearbeitet. Bereits am 20. September fand die Öffnung des Reparatur-Cafés statt, bei wunderbarer, dezenter Jazzmusik, bei leckerem Kuchen und Fairtrade-Kaffee, unter herrlicher Spätsommersonne. Neben vielen Schülern und Lehrern kamen dann auch Hollfelder Seniorinnen, einige sogar per Rollator, und brachten ein altes, kaputtes Radio. Und siehe da, es konnte repariert werden. Am 21. September fand dann der Schulgottesdienst zum Beginn des neuen Schuljahres in Verbindung mit einer anschließenden Feier statt. Musikalisch passend begleitet von Schülern und Frau Andrea Günther sowie Herrn Johannes Neuner, stellten sich die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern vor. Da war die Gruppe der „Fairtrade-Damen“: Frau Irene Löblein, Frau Melanie Nierla, Frau Tanja Arzberger und Herr Hubert Bayer-Münch zusammen mit ihren fleißigen und engagierten Schülerinnen und Schülern. Und Herr Erwin Kohnert, der die Reparatur-Werkstatt aufgebaut hat und leiten wird. Herr Schneider vom “Faitrade”-Verband verlieh uns Urkunde und Auszeichnung, lobte die GSH für ihr tolles Handeln und schließlich bekamen alle noch einmal ein dickes Lob vom Gründungs-Direktor, Herrn Otto Hofmann, der gern gekommen war, um zu sehen, dass “seine” Gesamtschule den einst von ihm eingeschlagenen Weg erfolgreich und konsequent weitergegangen ist. Er lobte den Geist der GSH, der unser Leitbild (Engagement – Fairness – Verantwortung) stets lebendig hält und überreichte der Schule ein besonders kunstvoll gestaltetes Buch, dass sich mit dem Reparieren beschäftigt. Die anschließende Segnung des neuen Standortes durch Pfarrer Simon und Pfarrer Städler möge dem ganzen Projekt den Schutz verleihen, den es braucht, um den Weg der GSH weiter zu gehen.