Amerika – mein Auslandsjahr in Kansas

Canyon

Amerika – ein Land, das mich schon immer fasziniert hat. High School, Football und Fastfood: Das ist das, was uns als erstes bei dem Gedanken Amerika in den Sinn kommt. Ich wollte wissen, wie es wirklich ist dort zu Leben und habe mich für ein dreiviertel Jahr in das wohl größte Abenteuer meines Lebens gestürzt.

Alles begann am Anfang des Jahres 2019, denn da habe ich das Vollstipendium vom Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Bayreuth (Parlamentarisches Patenschafts-Programm) erhalten. Dann ging es eigentlich ganz schnell. Meine Gastfamilie habe ich im Mai bekommen und im August hieß es Abschied nehmen von meiner Familie und Freunden in Deutschland.

Am 8. August kam ich bei meiner Familie in Easton, Kansas an. Ich lebte mit ihnen und meiner italienischen Gastschwester zusammen in einem kleinen Haus an der Grenze von Kansas und Missouri. Zu der Familie gehörten auch zwei Hunde, eine Bartagame und eine Schlange.

Mit dem Tag meiner Ankunft war ich gleich Teil der Familie und fühlte mich sofort pudelwohl. Anders als in deutschen Familien, arbeiten die Eltern sehr viel und haben teilweise mehrere Jobs. Wir Kinder hatten deshalb sehr viele Verpflichtungen im Haushalt: kochen, einkaufen, Wäsche waschen, auf die kleine Schwester aufpassen. Besonders gefallen haben mir Weihnachten und Thanksgiving, da die ganze Familie zusammen feiert.

20200624_172622[1]Natürlich musste ich auch die Schulbank drücken. Ich ging in die 10. Klasse einer kleinen High School. Für ein Jahr war ich ein richtiger „Sophomore“. Mein Schultag ging von 8:00 bis 15:00 Uhr, wobei ich jeden Tag die gleichen Stunden hatte (Mathe, Biologie, Kunst, Geschichte, Grafik Design, Englisch und Entrepreneurship).

Ein ganz wichtiger Teil meines amerikanischen Schullebens war der Sport. Ich spielte in der Basketballmannschaft meiner Schule. Training hatten wir drei Stunden jeden Tag. Zweimal in der Woche dann sogar auch ein Spiel, wo wir nicht vor 23 Uhr nach Hause kamen. Durch dieses Zusammengehörigkeitsgefühl habe ich den einzigartigen amerikanischen „School Spirit“ kennen- und lieben gelernt. Man steht hinter seiner Mannschaft und steht hinter seiner Schule. Die Freundschaften, die ich dort knüpfen konnte, bleiben hoffentlich für immer erhalten.

White HouseEin Highlight, was dieses Bundestagsstipendium auszeichnet ist, dass alle deutschen Stipendiaten für eine Woche nach Washington D.C. eingeladen werden und dort Einblicke in Politik und Kultur der USA bekommen. Unter Anderem besuchten wir: Capitol Hill, Washington Monument, das Weiße Haus, Lincoln Memorial, Martin Luther King Memorial usw. Diese Woche war sehr anstrengend, ich bin mir aber sicher, dass ich Einblicke und Erfahrungen machen durfte, die mir für mein Leben bleiben.

Besonders gut gefallen hat mir der Kalifornien-Urlaub in den Frühlingsferien mit meiner Familie. Die Eltern meines Gastvaters leben in Hesperia in der Nähe von Los Angeles. Somit konnten wir bei Oma und Opa schlafen und uns alles in der Gegend anschauen: Santa Monica, Las Vegas, Disneyland. Auch gut gefallen hat mir das Jetskifahren auf einem See und das Cruisen mit einem Quad in der Wüste Kaliforniens.

Wie ihr seht, könnte ich stundenlang weiterschreiben. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte, Land und Leute der USA kennen zu lernen, die Sprache zu erlernen, ein großes Stück an Selbstständigkeit gewonnen und ein Abenteuer erlebt zu haben, das mir niemand mehr nehmen kann. Ich kann es nur jedem empfehlen!!!

Emily Bomblies G10.1